Verkehrswende ist gelebter Infektionsschutz – Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr!

  • Veröffentlicht am: 27. April 2020 - 19:45
Verkehrswende ist gelebter Infektionsschutz – Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr!
Verkehrswende ist gelebter Infektionsschutz – Mehr Platz für Rad- und Fußverkehr!

Zwei Meter Abstand an Supermarktkassen, doch dichtes Gedränge auf Fuß- und Radwegen, das passt nicht zusammen. Durch ansteigende Temperaturen, die Meidung des ÖPNV und Physical Distancing wird mehr öffentlicher Raum für Bewegung an der frischen Luft nötig. Bündnis 90/Die Grünen Linden-Limmer fordern auch im Stadtbezirk Maßnahmen, die den geänderten Lebensbedingungen in der Pandemie gerecht werden.

Dazu Greta Garlichs, Sprecherin der Stadtbezirksgruppe: „Schon ohne diese Ausnahmesituation ist es geboten, den Rad- und Fußverkehrsanteil in Hannover zu erhöhen. Gerade jetzt braucht es Platz auf den Rad- und Fußwegen. Das entlastet den ÖPNV und ermöglicht auch für Radfahrende den nötigen Abstand. Wir schließen uns der Forderung des Allgemeinen Deutschen Fahrrad Clubs (ADFC) an. Dieser hatte Pop-Up-Fahrrad-Spuren gefordert, die temporär an Engstellen für Entlastung auf den Radwegen sorgen. Andere Städte in Deutschland haben entsprechende Maßnahmen bereits umgesetzt. Das wünschen wir uns auch in Linden-Limmer. Zudem muss Eltern, die durch die geschlossenen Kitas und Schulen momentan stark belastet sind, mehr Raum gegeben werden, der dem Bewegungsdrang von Kindern unter den Infektionsschutzmaßgaben gerecht wird.“

Bela Mittelstädt, Sprecher der Stadtbezirksgruppe, ergänzt: „Für Pop-Up-Bike-Lanes kämen auch Straßen in Linden-Limmer infrage. Auf der Benno-Ohnesorg-Brücke und in der Falkenstraße ließe sich zum Beispiel ein Fahrstreifen oder einer der Parkstreifen für den Radverkehr absperren. Dies würde mehr Abstandsmöglichkeiten sowohl für die Fußgehenden als auch für die Radfahrenden auf der viel frequentierten Route schaffen. Genauso gilt es, den gestiegenen Bedarf an Erholungsraum für Spaziergänger*innen gerecht zu werden. Dazu könnten die Ausweisung von Spielstraßen sowie andere Verkehrsberuhigungsmaßnahmen geeignet sein. Insbesondere in der Nähe von Spielplätzen würde diese Maßnahme eine Entlastung von Familien mit Kindern bedeuten. Der Bezirk Friedrichshain- Kreuzberg in Berlin geht hier bereits voran.“

Vorschläge der Grünen Linden-Limmer für verkehrspolitische Maßnahmen in der Corona-Pandemie zur Ermöglichung von Social-Distancing:

  • Ausweisung von temporären, zusätzlichen Radfahrstreifen in Linden-Limmer. Diese können durch Leitbalken oder andere Baustellenabsicherungen gesichert werden, beispielsweise auf der Benno-Ohnesorg-Brücke und der Falkenstraße.
  • Verringerung des Durchgangsverkehrs in Wohngebieten und dadurch mehr Platz und Sicherheit für Fußgänger*innen und geringeres Infektionsrisiko auf den Gehsteigen.
  • Sperrung von Straßen in Wohngebieten oder Ausweisung als Spielstraßen insbesondere in der Nähe von Spielplätzen zur Entlastung von Familien während geschlossener Kitas und Schulen.
  • Anpassung von Ampelschaltungen auf die Bedürfnisse von Radfahrenden und Fußgehenden, um Menschenansammlungen auf Verkehrsinseln und vor Ampeln zu verringern.

Zum Hintergrund:

Der ADFC hat sich in der Corona-Krise für mehr Platz für Radfahrende eingesetzt:

https://www.adfc.de/neuigkeit/temporaere-radfahrstreifen-einrichten/

Auch die Grünen in Stadtbezirk Mitte haben sich bereits für besondere Maßnahmen für mehr Abstandhalten eingesetzt: https://www.haz.de/Hannover/Aus-der-Stadt/Gruene-Waldchaussee-in- Hannover-komplett-fuer-Autos-sperren

Der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg plant Maßnahmen für mehr Platz für Kinder. Der Bezirk will bis zu 30 Straßen an Sonn- und Feiertagen für Fahrzeuge sperren. In der Zeit von 12 bis 18 Uhr sollen einzelne Fahrwege in der Nähe von Spielplätzen zum Spielen und für Fußgänger im Allgemeinen freigegeben werden.