Kein Verständnis für Randalierer auf der Limmerstraße

  • Veröffentlicht am: 29. April 2013 - 22:46
Symbolfoto, Demonstration ähnlich. Foto: Gary Cowles

Pressemitteilung, 29.04.2013

Bezirksratsfraktion und Stadtteilgruppe Bündnis 90/ Die Grünen in Linden-Limmer

Aus einer spontanen Demonstration gegen die Zwangsräumung eines Universitätsgebäudes in Frankfurt heraus haben schwarz vermummte Randalierer am 23.04.2013 die Scheiben der Denn's Filiale auf der Limmerstraße eingeworfen. Dass sich in der Filiale noch Personal befand, das sich dadurch bedroht fühlte und ganz konkret gefährdet wurde, war ihnen egal. Die Grünen in Linden-Limmer verurteilen diese feige und rücksichtslose Tat. Den Randalierern aus dem sogenannten 'schwarzen Block' geht es offensichtlich um den Nervenkitzel und 'Thrill' gewalttätiger Aktionen und nicht um eine inhaltliche Auseinandersetzung über Fehlentwicklungen auf dem Wohnungsmarkt.

In der Berichterstattung von NP und HAZ zu diesen Vorkommnissen war letzte Woche zu lesen, dass Politiker von SPD und CDU diese mit der im Bezirksrat Linden-Limmer beschlossenen Resolution für eine aktive und friedliche Beteiligungskultur in Verbindung bringen und dieser gar eine Mitschuld an den Aktionen des schwarzen Blocks geben. Dies ist aus Sicht von Bündnis 90/ Die Grünen geradezu lächerlich. Zum einen kümmern sich Chaoten sicherlich nicht um eine im Bezirksrat Linden-Limmer beschlossene Resolution und lassen sich von dieser weder zu etwas anstiften noch von etwas abhalten. Zum anderen wird schon im Titel der ohne Gegenstimmen im Bezirksrat verabschiedeten Resolution deutlich, dass es um eine friedliche und gewaltfreie Beteiligungskultur in Linden-Limmer geht.

Genauso absurd ist aus Sicht von Bündnis 90/ Die Grünen die Unterstellung von SPD und CDU, dass die öffentliche Diskussion über die Risiken der Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt in Linden-Limmer der Auslöser für die Eskalation gewesen sei. Die Grünen haben sich in mehreren öffentlichen Veranstaltungen mit der Frage auseinandergesetzt, ob in Linden ein Prozess der 'Gentrifizierung' eingesetzt habe. Grund war, dass in Teilen der Bevölkerung die Sorge entstanden ist, dass Linden zu einem 'Schickimicki'-Stadtteil wird, in dem für sie kein Platz ist. Anzeichen dafür sehen sie in auf breiter Front steigenden Mieten, der Zunahme von Wohneigentum und einigen Fällen, in denen Mieterinnen und Mieter ihre Wohnungen aufgrund von Sanierungen aufgeben mussten. Auch wenn die Verhältnisse in Linden sicherlich nicht mit denen in Teilen Hamburgs und Berlins zu vergleichen sind, müssen diese Sorgen ernstgenommen und die Entwicklungen auf dem Wohnungsmarkt kritisch beobachtet werden. Linden-Limmer ist keine vom Trend abgekoppelte 'Insel der Glückseligen'.

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