Nie wieder!: Gedenken an 75 Jahre Befreiung des KZ Limmer

  • Veröffentlicht am: 10. April 2020 - 13:00

Kein Vergessen - Befreiung des Frauen*-KZ in Limmer

Heute vor 75 Jahren wurde das Frauen*-KZ in Limmer befreit, das auf dem Gelände des neu entstehenden Wohnquartiers »Wasserstadt Limmer« liegt.

Wir haben untenstehend die Geschichte des KZ zusammengefasst, die wir auf der Seite des Arbeitskreises »Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer« gefunden haben. 75 Jahre nach der Befreiung sehen wir uns wieder mit starkem Rechtsextremismus konfrontiert, der den Einzug in Parlamente geschafft hat. Gemeinsam setzen wir uns gegen Rechtsextremismus und Rechtspopulismus ein, denn unser Stadtteil bleibt vielfältig, solidarisch und bunt.

Zur Geschichte des KZ:

In Limmer zwischen dem Continental-Werk und dem Alten Dorf Limmer befand sich von Ende Juni 1944 bis Anfang April 1945 ein Frauen-KZ mit Frauen* unterschiedlichster Nationen, hauptsächlich Polinnen und Französinnen. In dem für 500 Gefangene vorgesehenen Lager befanden sich zuletzt 1000 Frauen*, die Zwangsarbeit beispielsweise in der Enttrümmerung oder der Gasmaskenproduktion bei Continental leisten mussten. Dabei hatten sie teilweise auch Kontakt zur hannoverschen Bevölkerung, wo sie nicht selten beschimpft und attackiert wurden.

Am 06. April 1945 wurde das Lager geräumt, 80 kranke Frauen* verblieben im Lager und wurden am 10. April von amerikanischen Soldaten befreit. Der Marsch der anderen Frauen* endete am 08. April in Bergen-Belsen, wo sie am 15. April von britischen Soldaten befreit wurden, dennoch verstarben viele Inhaftierte des KZ Limmer.

Ende 1944 waren etwa 40 Prozent der Arbeitskräfte in Hannover Zwangsarbeiter*innen oder (KZ-)Gefangene, neben dem KZ Conti-Limmer gab es auch ein Lager für mind. 1220 ausländische Zwangsarbeiter*innen, deren Baracken 1943 bei einem Luftangriff größtenteils zerstört wurden.

Im Anschluss an die Befreiung vom Nationalsozialismus versuchten ehemalige KZ-Gefangene, die Erinnerung zu erhalten, doch schon in den 1950ern verschwanden die Lager in Limmer unter neuen Fabrikgebäuden der Conti.

1987 wurde durch die Initiative von Einwohner*innen aus Limmer durch die Landeshauptstadt Hannover ein Gedenkstein am Rand des KZ außerhalb des Conti-Firmengeländes errichtet, da die Continental jegliche Verantwortung von sich wies.

»Ein Mahnmal für das Frauen-KZ in Limmer« ist ein seit 2008 bestehender Arbeitskreis, der forscht und erinnert und zum 70. Jahrestag der Befreiung 2015 eine zusätzliche städtische Informationstafel erwirkte.

Das ehemalige Lagergelände des Frauen*-KZ Limmer liegt in dem entstehenden neuen Stadtquartier »Wasserstadt Limmer«. Sechs Straßen werden dort Namen von ehemaligen Gefangenen tragen. In der früheren nordöstlichen Lagerecke soll ein Gedenkort entstehen.

Link zur Webseite: https://www.kz-limmer.de/startseite.html