Hallolinden verheddert sich im Gestrüpp der Statistik

  • Veröffentlicht am: 26. Juni 2013 - 0:21
Statistik? Ich werde wahnsinnig! Foto: Tobias Pohler

Eine Verdrängung von LindenerInnen gibt es nicht und die Erde ist eine Scheibe

[pic1]Es ist zum Haare ausreißen. Klaus Oellerer von Hallolinden macht einen Faktencheck, der schon vom Ansatz her nichts taugt. Den Unterschied von Prozenten und Prozentpunkten lernt man spätestens in der Wahlnacht.

In der kleinräumigen Wohnungsmarktanalyse der Stadt Hannover steht schwarz auf weiss, dass der Anteil der Migranten in Linden-Nord von 2007 bis 2011 von 29,1 Prozent auf 27,5 Prozent gesunken ist. Das sind nicht - wie hallolinden meint - 1,6 Prozent, sondern 1,6 Prozentpunkte!

Gemessen an der Gesamtbevölkerung von Linden-Nord ist das ein Rückgang das Migrantenanteils von 5,5 Prozent. In Zahlen ausgedrückt: 385 Menschen mit Migrationshintergrund haben den Stadtteil verlassen. Das sind gemessen an der Ausgangszahl 7,5 Prozent in vier Jahren. Alles nachzulesen im städtischen Bericht.

Exakt diese Aussage kam von Steffen Mallast im HAZ-Forum. Im gleichen Zeitraum stieg die Zahl der Migranten in Hannover um 5,7 Prozent. Das hat nichts damit zu tun, dass in Linden-Nord überdurchschnittlich viele Einbürgerungen stattfinden. Die Einbürgerungen sind über die letzten Jahre kontinuierlich zurückgegangen.

Der anhaltende Bevölkerungsrückgang im Stadtteil ist ein Nettoverlust von Migranten und wird durch die Zunahme an Wohnfläche kompensiert. Im Vergleichszeitraum 2007 bis 2011 stieg die Wohnfläche je Einwohner im Stadtteil von 39,3 auf 40,2 Quadratmeter.

Unter dem Strich bleibt die Erkenntnis: Linden-Nord verliert gegenüber dem Stadtdurchschnitt überproportional Menschen mit Migrationshintergrund.

Wir sollten froh darüber sein, dass Steffen Mallast auf diesen Sachverhalt hingewiesen hat. Aus Tendenzen leiten Stadtentwickler Handlungsprämissen ab. Es wäre schön, wenn sich hallolinden nicht nur abwehrend sondern konstruktiver in die Diskussion um die Veränderungen unserer Stadtteile einklinken würde.